Familienbesuch

Wie aus dem vorletzten Beitrag schon bekannt, waren auch Andreas, mein Bruder, und seine Frau Andrea bei uns zu Besuch. Nachdem wir Mutti erfolgreich zum Taxi gebracht hatten, ging es für uns vier weiter. Recht starker Wind war angesagt. In der engen Straße zwischen Euböa und dem Festland wurde es dann auch ziemlich böig. Und so hatten wir einen recht ruppigen Segeltag.

So glatt war das Meer dann erst zwei Tage später. Bilder von der rauhen See gibts nicht, keinem war nach fotografieren zu Mute. Dafür haben uns Delfine besucht. Eine recht große Gruppe blieb eine gute Stunde bei uns in der Nähe. Dieses Erlebnis hat uns für das holprige Segeln entschädigt. Die Nacht verbrachten wir vor Anker, Evi kochte für uns und wir waren froh, dass sich das Meer wieder beruhigt hatte.

Am nächsten Morgen wurden dann zwei Boje über Bord Manöver gefahren. Alle wurden eingeschult, Evi übernahm das Kommando, Andrea wurde als Beobachterin und Andreas als Bergemann eingeteilt. Ich habe beobachtet und am Ende wurde genau besprochen, was man noch verbessern kann. Beide Male wurde die Boje ohne Probleme wieder geborgen, Manöver geglückt, Manöverschluck!

Am Weg zu unserem Ankerplatz waren heiße Quellen. Wir ankerten direkt davor, schwammen an Land und genossen die, bis zu 80 Grad, heißen Quellen. Diese schwefelhältigen Wasser dürften schon seit sehr langer Zeit heilend wirken. Auch uns ging es nach dem Bade sofort viel besser. Das Kreuzweh war für mindestens 30 Minuten wie weg. Die Ablagerungen der Inhaltsstoffe bildeten sehr bizzare Formen und Felsen. Die Nacht in der angrenzenden Bucht war sehr ruhig, aber leider wieder mit ein bisschen Micro-Medusa durchzogen. Am nächsten Morgen machten wir uns auf, um das westlichste Ende von Euböa zu umrunden.

Und dann ging das Spektakel mit dem Starter los. Das hat uns ein bisschen den Spaß verdorben, aber als wir am Abend am Strand Essen waren, konnte ich den Starter für ein paar Stunden vergessen. An dieser Ecke von Euböa gibt es sehr starke Strömungen, die uns ein bisschen herumgewirbelt haben.

Direkt vorgelagert sind ein paar kleine Inseln auf denen Mönchsrobben leben. Wir haben ein paar aus großer Entfernung durch das Fernglas erhascht, aber leider nicht fotografieren können.

Ein paar Meilen weiter nördlich liegt Oreoi. Eine kleine Stadt auf Euböä. Eigentlich wollten wir nur kurz einkaufen gehen, blieben aber dann doch zum Abendessen, weil es uns so gut gefiel. Die Bewertungen des Lokals waren wieder sehr zutreffend und das Essen köstlich.

Damit beim Kraulen die Micro-Medusa nicht scheuert, hat sich mein Bruder den Anzug ausgeborgt. Er ist übrigens Vizeweltmeister im Bauch herausstrecken – und beim Einziehen ist er auch sehr gut.

Die Letzten beiden Tage waren angebrochen und wir segelten zu einer einsamen Bucht im Golf von Volos. A & A berichteten uns, dass diese Bucht für sie das Highlight der Reise war. Ganz alleine konnten wir nicht nur ungestört schwimmen und Steine sammeln sondern auch zwei Adler beobachten.

A&A haben uns viele Leckereien aus der Heimat mitgebracht, herzlichen Dank dafür. Der Koffer bei der Heimreise war trotzdem nicht leichter, so viele Steine mussten mit.

Hier wurden zwei nackerte beim Steine suchen beobachtet.

Am nächsten Morgen begann der letzte Schlag Richtung Volos. Der Wind war stark, aber aus einer guten Richtung und so konnten wir schnell aber ohne allzu großes Gewackel nach Volos segeln. Dort gingen wir vor Anker und fuhren mit dem Dinghy in die acht größte griechische Stadt.

Wir streunten durch die lebhafte Stadt und gingen direkt mit Blick auf die OF Essen. Sehr viele junge Leute belebten die Lokale am Stadtkai. Zentrum oder alte Gebäude gibt es in Volos wenige, da die Stadt fast vollständig 1955 durch ein Erdbeben zerstört wurde.

Am nächsten Morgen begann der lange Reisetag der beiden mit einem tollen Evi Frühstück.

Die Reise begann mit der Dinghy-Fahrt in den kleinen Fischerhafen, vorbei am Containerschiff und dem Schotterschiff mit eigenem Bagger. Zu Fuß in größerer Hitze ging es zum KTEL-Busbahnhof. Vier Stunden später waren sie in Athen. Von dort mit dem Bus zum Flughafen, dann nach Wien und schließlich mit dem Auto nach Eberstalzell. Um 3:20 erhielt ich die Nachricht, dass sie endlich daheim angekommen sind.

Wir haben uns sehr gefreut, dass ihr uns besucht habt und haben die Zeit mit euch genossen. Ihr habt uns bestätigt, dass man sich beim Segeln gut erholen kann und mit der Geschwindigkeit der Seele reist. Kommt bald wieder!

3 Gedanken zu „Familienbesuch

  1. Lieber Michi, liebe Evi, danke für die wunderbaren Zeilen. In Gedanken ist man dabei. Wie ihr wisst waren wir auch auf großer Reise. Rad & Schiff von Zadar , Norddalmatien, Kornaten. Aber das kennt ihr ja. Hab oft an euch gedacht. Alles Gute und weiterhin net zvü Wind. Liebe Grüße von Roland und Karin

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    1. Liebe Karin und Roland, ein bisschen spät aber doch die Antwort auf euren Kommentar. Ja, die Strecke kennen wir gut und die Kombination Rad-Schiff ist eine tolle Art zu reisen.
      Alles liebe von der OF aus Chalkidike
      Michi und Evi

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  2. Liebe Evi, lieber Michi,
    Wir haben die Zeit mit euch, und Edith/Mutti sehr genossen.
    Es war für uns Entspannung, Erholung, Aufregung, Abwechslung, Abenteuer,
    Genuss und Gemeinschaft! Wir danken euch sehr für dieses schöne Erlebniss.
    Bis hoffentlich bald,
    Andrea & Andreas

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